Ich bin ein Student, holt mich hier raus!

Hallo zusammen,

Ich habe eine turbulente erste Woche hinter mir, doch beginnen wir von vorne…

Wie ich in meinem letzten Beitrag schon erwähnt hatte, glich mein Zimmer im Studentenwohnheim dem Gelände der Swissminiatur. Neben dem nicht vorhandenen Platz, machten mir auch die in Stein gemeisselten „Gebote“, sprich die sehr strengen Hausregeln zu schaffen. Ich möchte an dieser Stelle nicht alle erwähnen, doch um es auch für euch ein wenig anschaulich zu machen, hier meine            „Top 3“ Regeln:

Regel 1: An Wochentagen muss man spätestens um 24.00 Uhr im Wohnheim sein. Kommt man zu spät oder gar nicht zurück, wird dies mit Strafpunkten sanktioniert. Am Wochenende gilt beinahe dieselbe Regel. Man darf aber (grosszügigerweise) bis 01.00 Uhr draussen bleiben.

Regel 2: Man darf 5 Nächte pro Monat auswärts verbringen. Man muss dies jedoch, mit einem Spezialformular, beantragen.

Regel 3: Es finden regelmässig unangekündigte Zimmerkontrollen statt. Ist das Zimmer nicht sauber genug oder sind die persönlichen Gegenstände nicht ordnungsgemäss platziert, bekommt man auch Strafpunkte.

Was sind nun die Konsequenzen, wenn man sich Strafpunkte einfängt? Ganz einfach. Hat man die Grenze von 20 Punkten überschritten, wird man aus dem Wohnheim geschmissen! Ohne Pardon!

Meine Gefühlslage
Meine Gefühlslage

Es gibt bestimmt einige die nun denken, was für ein armer Kerl ich eigentlich bin…. Vielen Dank für das Mitleid! Ich kann euch aber beruhigen. Ich habe nur 2 Nächte im Gefängnis…ähmmm sorry meine Wohnheim verbracht 🙂 Mein Leben hier nahm eine entscheidende Wende (ok so schlimm war’s nun auch nicht), als ich zufälligerweise eine Nachricht auf Facebook erblickte. Es war die Nachricht eines 24-jährigen Franzosen namens Bastien, der verzweifelt einen Mitbewohner für seine Mietwohnung ausserhalb des Campus suchte. Ich schrieb ihn sofort an und bekundete mein Interesse. Schliesslich konnte ich noch am gleichen Tag aus dem Wohnheim ausziehen und dies ohne eine Strafe oder Ähnliches bezahlen zu müssen.

Nun lebe ich also ausserhalb des Campus in einer privaten Mietwohnung. Der Vermieter ist ein relativ junger Koreaner namens Jin. Die Miete beträgt umgerechnet rund CHF 360 pro Monat und die Wohnung bietet alles, was man zum Leben braucht. Vor allem aber mehr Platz und persönliche Freiheiten als im Wohnheim! Doch macht euch doch selbst ein Bild, hier einige Fotos:

Mein Zimmer
Mein Zimmer
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Wohnzimmer&Küche
Badezimmer mit Waschmaschine
Badezimmer mit Waschmaschine

Ich bin wirklich erleichtert, dass ich in so kurzer Zeit noch eine neue Bleibe gefunden habe. Der Vermieter ist sehr hilfsbereit und er zeigt uns viele coole Locations. Wir hatten diese Woche z.B. ein typisch koreanisches Barbecue, inkl. einer kleinen Feuershow-Einlage.

Zu meinen Kursen an der Uni kann ich noch nicht viel berichten. Es war eine Art Einführungswoche, der eigentliche Unterricht beginnt erst ab morgen. Was ich jedoch definitiv schon weiss ist, dass ich jeweils ein langes Wochenende haben werde. Denn am Donnerstag und Freitag habe ich jeweils keine Vorlesungen. Wer jetzt denkt, dass ich hier nur auf der faulen Haut herumliegen werde,  der hat weit gefehlt! Das koreanische Bildungssystem ist sehr hart und kompetitiv! Ich werde diese Zeit nutzen um die Lektionen vorzubereiten und natürlich auch einige Stunden meinem Blog widmen. In diesem Sinne bis bald!

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