5 Wochen in Seoul, die Bilanz – Rückblick und Ausblick

Liebe Blogleser,

Für mich ist es nach genau 5 Wochen in Seoul an der Zeit, das Geschehene Revue passieren zu lassen und ebenso schon einen kleinen Ausblick in die Zukunft zu wagen. Doch beginnen wir von vorne, sprich am Samstag, 29. August.

Vor exakt fünf Wochen also stand ich mit zwei vollgepackten Koffern vor dem Studentenwohnheim. Nach dem Flug und einer langen Taxifahrt war ich total übermüdet, jede Faser meines Körpers schrie nach einer heissen Dusche und einem warmen Bett. Was ich dann jedoch in meinem Zimmer vorfand, war alles andere als zufriedenstellend, um es einmal milde auszudrücken. Das Zimmer war klein und schmutzig und auch die Grösse des Bettes war nicht unbedingt auf die Körpermasse eines „Europäers“ zugeschnitten. Nachdem ich mir dann das Nötigste im Supermarkt besorgt hatte, inkl. Toilettenpapier, konnte ich doch noch einige Stunden schlafen. Auch wenn es ohne jegliche Betwäsche nicht sehr angenehm war. Meine Gefühlslage war etwa so :„Ich bin ein Student, holt mich hier raus!“.

Glücklicherweise wandte sich dann aber alles schnell zum Guten. Schon am Montag hatte ich eine private Unterkunft gefunden, welche ich mit meinem französischen Mitbewohner teile. Wir haben den Haushalt mittlerweile gut im Griff und ergänzen uns gut, wenn es um Einkäufe oder „putztechnische“ Angelegenheiten geht. Wir gestalten auch viele Freizeitaktivitäten zusammen. Wie waren z.B. kürzlich zusammen im Seoraksan National Park. Hier nochmals die Bilder dazu.

Neben dem Wandern konnte ich auch sonst viel Sport treiben. Ich gehe regelmässig ins Fitness auf dem Campus und zwischendurch kann ich sogar Tennis spielen. Der Tennisplatz ist wirklich unglaublich cool, er befindet sich in einem alten Amphittheater. Doch wo sind nur die Zuschauer geblieben? 

An der Universität nimmt zur Zeit noch alles seinen gewohnten Gang. Obwohl zwischen meiner Heim-Fachhochschule und der HUFS grosse Unterschiede bestehen, konnte ich mich bisher gut an die neuen Gegebenheiten anpassen. Dieses Wochenende musste ich ziemlich viel büffeln, da ich die nächste Woche zwei Präsentationen halten muss. Eine Präsentation im Fach „International Relations of Asia“ über das Thema „Japan Foreign Economic Policies“ und die zweite Präsi im Fach „Broadcast Media, Contents & User“, dort werde ich über westliche Nachrichtensendungen referieren und sie mit asiatischen Nachrichten vergleichen. Nebst den zwei Präsentation muss ich im Fach „Organizational Behavior“ noch eine schriftliche Arbeit (4-5 Seiten ) abgeben.

Btw…für alle die, welche sich für meinen Stundenplan interessieren, der sieht so aus:

Montag: 15:00 – 18:00 International Relations of Asia

Dienstag: 12:00 – 15:00 Organizational Behavior

Mittwoch : 09:00 – 12: 00 Broadcast Media, Contents & User / 12:00 – 15:00 Research Methodology of Communication

Donnerstag: keine Kurse

Freitag: keine Kurse

Für alle die jetzt denken: „Wow, das ist aber ein langes Wochenende!“ Ok ich gebe euch recht, aber……………es ist nicht so, dass ich hier auf der faulen Haut herum liege. Ich muss von Woche zu Woche in jedem Fach sehr viel Theorie nachlesen und die Lektionen vorbereiten. Der Lesestoff ist meist auch keine leichte Kost. Teilweise handelt es sich um wissenschaftliche Artikel auf sehr hochstehendem Niveau. Dies natürlich alles in englischer Sprache. Google Translator lässt grüssen!

Die Zeit hier ist aber sehr spannend und es ist dauernd etwas los. Seoul ist eine unglaublich faszinierende und pulsierende Stadt, so spannend wie das gesamte Land. Die Wirtschaft boomt, wie beinahe überall auf dem asiatischen Kontinent. Dies war ja auch einer der Gründe, warum ich mich für Seoul entschieden hatte.

Jetzt habe ich genug in der Vergangenheit herum geschwelgt, ich möchte noch einen kurzen Ausblick auf die kommenden Wochen/Monate wagen. In 3 Wochen stehen die ersten grossen Prüfungen an, die „Midterms“. Dort werde ich schliesslich erfahren, ob ich bisher genug gebüffelt habe und ob ich, die mit einem grossen asiatischen Akzent behafteten Professoren, auch immer richtig verstanden habe. Nach den Midterms möchte ich unbedingt die Grenze zu Nordkorea besuchen. Man kann die Grenze ja bekanntlich nicht überschreiten, doch nur schon nahe bei Onkel Kim zu sein, stelle ich mir ziemlich eindrücklich vor. Wenn es mir die Zeit sowie das Budget erlaubt, möchte ich auch noch einen Kurztrip nach Japan unternehmen.

Eigentlich sollte ich auf diesem Blog auch das südkoreanische Mediensystem analysieren, bzw. darüber berichten. Wenn ihr bisher all meine Blogeinträge gelesen habt, ist euch vielleicht aufgefallen, dass dies bisher ausgeblieben ist. Das Problem bisher war es, dass ich keine englisch- oder deutschsprachige Literatur dazu finden konnte. Ich bin daran das „Problem“ zu lösen und werde euch weiter auf dem Laufenden halten.

Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende!

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