Der Koreakrieg

Ein Produkt des Kalten Krieges

Als am 25. Juni 1950 die Nordkoreanische Volksarmee über den 38. Breitengrad in den Süden einfiel, bedeutete dies den definitiven Ausbruch des Koreakrieges. Die Invasion des kommunistischen Nordens, unter der Führung von Kim Il-Sung, war der erste Stellvertreterkrieg zwischen der USA und der Sowjetunion während des Kalten Krieges. Der Krieg sorgte international für grosse Beunruhigung, einige befürchteten sogar den Ausbruch des Dritten Weltkrieges. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Teilung nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Südkorea unter den beiden Siegermächten, der Sowjetunion und den USA, aufgeteilt. Zuvor befand sich das Land unter japanischer Kontrolle (Annexion 1910), doch da Japan bekanntlich zu den Verlierern des Zweiten Weltkriegs gehörte, musste man die Ansprüche aufgeben. Südkorea wurde am 38. Breitengrad aufgeteilt, sprich es wurde eine Grenze gebildet. Das Gebiet im Norden gehörte zur sowjetischen Besatzungszone, jenes im Süden zur amerikanischen. Die Grossmächte USA, Vereinigtes Königreich und die Sowjetunion hatten ursprünglich sogar die Idee, das Land zu einem vereinigten und unabhängigen Korea zu machen. Auch die Regierung sollte frei gewählt werden können. Doch weil sich die Grossmächte, insbesondere die USA und die UdSSR nicht detailliert einigen konnten und der Kalte Kriegs bereits ausgebrochen war, konnten diese Vorhaben nicht umgesetzt werden. Auch innerhalb Koreas kam es vermehrt zu Spannungen, die Fronten verhärteten sich und so kam es wie es kommen musste…

Stalin gibt Erlaubnis

Als die Nordkoreanischen Truppen die Grenze überschritten und danach einen US-Luftwaffenstützpunkt attackierten, taten sie dies mit der Zustimmung von Josef Stalin. Natürlich musste die USA darauf reagieren. Der US-Botschafter in Südkorea sandte noch am gleichen Tag ein Hilfegesuch an den damaligen US-Präsidenten Harry S. Truman, welcher dann ebenfalls militärische Schritte anordnete.

UNO interveniert

Nach der Invasion durch den Norden, sah sich die internationale Gemeinschaft gezwungen zu reagieren. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte das Vorgehen als Friedensbruch und entsandte darauf militärische Einheiten nach Südkorea. Die Truppen unter dem Kommando von US-General Douglas MacArthur waren zunächst nicht besonders erfolgreich. Bereits am ersten Tag nach dem Kriegsausbruch konnte der Norden drei Südkoreanische Städte erobern und bis Ende Juni 1950 wurde auch Seoul besetzt. Mac Arthur war unzufrieden und verschärfte daraufhin die militärischen Einsätze. Er liess unter anderem Napalm-Kanister auf feindliche Truppenansammlungen abwerfen und errichtete ausserdem eine Seeblockade. Schliesslich konnte Seoul aber von den Amerikanern zurückerobert werden, die Nordkoreaner gerieten mehr und mehr in Bedrängnis.

China mischt sich ein

China hatte unterdessen wiederholt vor einer Überschreitungen des 38. Breitengrades durch US-Einheiten gewarnt. Weil General MacArthur dies aber weitgehend ignorierte, griff auch der nördliche Nachbar in den Koreakrieg ein und unterstützte die nordkoreanische Seite dermassen erfolgreich, dass die US-Truppen sich teils fluchtartig zurückziehen mussten. Letztlich führte anfangs 1951 eine Offensive mit einer halben Million chinesischer und nordkoreanischer Soldaten dazu, dass Seoul von den US-Streitkräften und vielen Zivilisten verlassen werden musste. Doch bereits im März 1951 konnte diese Stadt wieder zurückerobert werden und die UNO-Truppen rückten bis leicht über den 38. Breitengrad vor. Es begann ein Stellungskrieg, welcher zunehmend erstarrte.

Bis heute kein Friedensvertrag

Die letzte große Schlacht war die Schlacht von Heartbreak Ridge im Herbst 1951, welche beide Seiten mit hohen Verlusten bezahlen mussten. Erst im Juli 1533 kam es zu einem Waffenstillstand. Bis es so weit kam flog die USA noch einige massive Bombardements auf Nordkorea und übte so einen starken Druck aus. Bei diesen Luftangriffen kamen schätzungsweise eine halbe bis eine Million Menschen ums Leben. Ingesamt kamen während dem Koreakrieg 4.5 Millionen Menschen ums Leben. Die Situation ist bis heute angespannt, der Konflikt ist noch lange nicht gelöst. Es existiert zwar der Waffenstillstand, doch bis heute gibt es keinen Friedensvertrag. Und wie labil sich der Waffenstillstand präsentiert, zeigte sich erst kürzlich, als der Konflikt wieder kurz vor einer Eskalation stand –> Artikel aus der NZZ vom 21.08.15

War Memorial of Korea

Ich habe kürzlich das War Memorial of Korea in Seoul besucht. Es dokumentiert die Geschichte des Koreakrieges und soll zudem als Gedenkstätte für die gefallenen Seelen dienen. Hier einige Eindrücke von meinem Besuch dort:

The statue of Brothers
The statue of Brothers

Die Statue zeigt einen Südkoreanischen Offizier und seinen jüngeren Bruder, ein Nordkoreanischer Soldat. Sie begegnen sich auf dem Schlachtfeld und umarmen sich. Die Statue symbolisiert Versöhnung, Liebe und Verzeihung. Der Riss in der Statue symbolisiert die Teilung von Korea, aber auch die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung.

Tower of Korea
Tower of Korea

Der Tower of Korea zeigt ein bronzenes Schwert und einen Baum des Lebens. Das Schwert repräsentiert dabei den „Geist des Krieges“. Der Baum hingegen den Wohlstand und die Friedliebigkeit des Koreanischen Volkes.

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Statues Defending the Fatherland
Statues Defending the Fatherland

Diese Statue zeigt 38 Menschen während des Krieges in verschieden Situationen des Krieges. Soldaten, Verletzte oder Kinder alle mit dem einen Ziel, den Krieg zu überstehen.

Korean War Museum
Korean Memorial of Korea

Hier das Hauptgebäude des Museums. Ausserdem Flaggen von Nationen oder Organisationen, welche im Krieg involviert waren.

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Statuen von gefallenen Südkoreanischen Kriegshelden zieren die Eingangshalle des Museums.

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Gedenkstätte im Inneren des Museums. Es brennen einige Lichter für die Gefallenen.

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Raum der Stille in Gedenken an die Opfer.

Für alle die sich weiter für den Koreakrieg interessieren, hier eine interessante Videodokumentation über die Vorgeschichte und den Verlauf des Krieges:

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