Asiatisch sind bald nur noch Babys!

Schon einige Male bin ich nun durch die Strassen von Seoul geschlendert und habe mich dabei gefragt, wo eigentlich all die asiatischen mandelförmigen Augen geblieben sind. Nun die Frage hatte sich schnell erübrigt, bzw. ich wurde von meinem Hausvermieter aufgeklärt.

Südkorea hat nicht nur die grösste Abdeckung von Breitbandinternet-Anschlüssen, sondern auch die höchste Dichte an Schönheitskliniken. Das Land ist tatsächlich das Mekka der plastischen Chirurgie! Ein Viertel aller Eingriffe weltweit werden hier durchgeführt. Allein in der Hauptstadt Seoul gibt es mehr als 500 Kliniken und  jährlich 650’000 Operationen. Etwa die Hälfte davon sind Koreanerinnen und Koreaner und bei der anderen Hälfte handelt es sich meist um weibliche Touristen.  Die Branche setzt umgerechnet 4,5 Milliarden Franken um. Es ist ein Trend, der von der Regierung in Seoul nach Kräften unterstützt wird. Vom kommenden Jahr an, so hat es Präsidentin Park Geun-hye angekündigt, soll sogar die Mehrwertsteuer für Schönheitsoperationen für Ausländerinnen abgeschafft werden!

Die mit Abstand am häufigsten durchgeführte Operation ist die Lidfalte, denn viele Asiaten haben von Geburt aus keine, was die Augen müde aussehen lässt. Ein Eingriff, der ambulant ausgeführt werden kann.

Hier ein Bild vor und nach dem Eingriff:

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Die Mädchen bekommen diese Operation meist nach dem erfolgreichen Abschluss der High-School oder nach dem erfolgreichen Bestehen einer wichtigen Prüfung geschenkt. Und einmal begonnen, wollen viele mehr. Dann wird noch ein wenig an der Nase geschliffen, die Wangenknochen gerichtet oder der Busen vergrössert.

Ich habe mir oft die Frage gestellt, wieso ausgerechnet hier in Südkorea das Streben nach der äusserlichen Vollkommenheit, so ausgeprägt ist, wie nirgends anderswo auf dieser Welt. Schönheits-OP’s assoziiert man doch eher mit Ländern wie den USA oder Brasilien. Nun, auch auf diese Frage hatte mein Hausvermieter eine Antwort parat. In Ostasien hat das Äussere einen höheren Stellenwert als im Westen. Und das Schönheitsideal entspricht dem westlichen Standard, sprich man braucht vor allem grosse, schöne, runde Augen. Zudem verbessert kosmetische Chirurgie die Jobchancen in Korea. Und die Heiratsaussichten wohl auch.

Männer sind übrigens ebenso betroffen wie Frauen und erstaunlicherweise auch die Älteren! Es geht dabei weniger um Schönheit sondern mehr um Konkurrenz. Es ist nun halt einmal eine sehr kompetitive Gesellschaft und dies nicht nur in der Technologiebranche. Doppelte Augenlieder haben eine ähnlich grosse Bedeutung wie ein neues Auto oder ein iPhone.

Ich persönlich finde diesen Trend bedenklich. Man sollte seine Herkunft nicht verleugnen müssen und sich dem Mainstream anpassen. Zum Schluss stelle ich mir die Frage:

Werden in Zukunft nur noch die Babys asiatisch aussehen?

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