Archiv der Kategorie: Universität

Back!

Liebe Blogleser,

Zuerst einmal möchte ich mich für meine Abwesenheit in den letzten Wochen entschuldigen! Es standen die Mid-Term Prüfungen an und ich wurde auch noch plötzlich krank. Nun bin ich aber zurück und voller Tatendrang euch weiterhin mit Beiträgen zu unterhalten.

Die letzten Wochen waren ziemlich stressig. Neben den vier grossen Prüfungen in einer Woche hatte ich zudem noch zwei grosse Präsentationen. Wenn es euch interessiert könnt ihr euch die Präsi gerne anschauen, ihr findet diese hier –> Foundations of Group Behavior. In dieser rund 35min Präsentation referierte ich über die Grundlagen des Gruppenverhaltens. Ich habe bisher noch keine Prüfungsresultate erhalten, doch ich denke, die Benotung sollte im Grossen und Ganzen zufriedenstellend sein.

Wenn ich die Prüfungen hier mit denjenigen der HWZ vergleiche, fallen mir einige Unterschiede auf!

  1. Zwei von meinen vier Prüfungen waren eine Art Essays (Aufsätze). Dabei werden mehrere Fragestellungen aufgeworfen und es gilt diese dann in jeweils kurzen Aufsätzen zu beantworten. Ich hatte dafür beide Male drei Stunden Zeit. Ich bin mir diese Art Prüfung eigentlich nur aus dem Deutsch Unterricht gewohnt.
  2.  Die Prüfungsfragen gehen teilweise sehr weit ins Detail. In einer Prüfung wurden einige Fragen über diverse Modelle gestellt. Jedoch  nicht nur Fragen zum Inhalt oder Verständnis des Modells an sich, nein, es wurde auch nach dem Namen des Erfinders des Modells gefragt und in welchem Jahr es erstmals veröffentlicht wurde. Kleine Anmerkung am Rande –> es gibt sehr viele Modelle! An der HWZ geht es mehr darum die Modelle zu verstehen und nicht darum wer diese wann erfunden hat.
  3.  Die Prüfungen hier sind allgemein sehr theoretisch aufgebaut. Es gab nie einen wirklichen Bezug zur Praxis. Keine spannenden Business Cases wie ich es mir gewohnt bin. Ein weiterer Grund um an der HWZ zu studieren!

Ok das wars schon für heute. Morgen schon folgt ein interessanter Bericht über den Koreakrieg, welcher zur Spaltung in Nord- und Südkorea geführt hatte.

Bleibt also dran! 

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HUFS vs. HWZ – der Vergleich

Hallo zusammen

Als ich vor einigen Monaten noch mit der Planung meines Auslandsemesters beschäftigt war, hörte ich von diversen Seiten viel Negatives über das asiatische Bildungssystem. Es sei zu hart, zu kompetitiv. Man habe hier als Student schlicht und einfach kein Leben, keine Freizeit mehr. Mir kommt hier die Marxsche Entfremdungstheorie in den Sinn, jedoch in abgeleiteter Form. „Das Studium dominiert den Studenten“ anstelle von „Der Student dominiert das Studium“.

Doch keine Sorge, auch ich habe hier nebst dem Studium noch ein Leben, welches nicht nur vom Büffeln bestimmt wird. Entgegen allen wilden Spekulationen, gibt es hier in Korea auch ein Leben nach den Vorlesungen. Doch was sind die Unterschiede zum schweizerischen Bildungssystem, bzw. was sind die Unterschiede zwischen der Hankuk University of Foreign Studies (HUFS) und meiner Heim-Uni, der HWZ?

Unterrichtsstil

Hier liegt meiner Meinung nach der Hauptunterschied zwischen den beiden Organisationen. Während die asiatischen Professoren drei Stunden lang Folie um Folie zeigen und Theorie vorlesen, gestaltet sich der Unterricht an der HWZ doch (meistens) um einiges abwechslungsreicher und interaktiver. Es werden Gruppendiskussionen geführt oder Kurzaufträge für Präsentationen erteilt. Die Studenten werden einfach aktiver in den Unterricht miteinbezogen. Das ist hier definitiv nicht der Fall. An der HUFS habe ich bisher eine Gruppendiskussion von 10min miterlebt, das wars schon. Dies ist aber sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass die HUFS eine Universität und die HWZ eine Fachhochschule ist. Der Praxisbezug fehlt mir hier am meisten!

Die Dozenten

Die Dozenten hier sind im Vergleich zur HWZ sehr theoretisch veranlagt. Doch auch dies liegt in der Natur der Sache, da es sich hier um vollamtliche Professoren handelt. An der HWZ sind die Dozenten meist Leute aus der Wirtschaft, welche nebenbei noch ein gewisses Pensum an der Fachhochschule unterrichten . Trotzdem sind die Professoren an der HUFS sehr zugänglich. Man kann jederzeit auf sie zugehen, falls man z.B. etwas nicht genau verstanden hat. Dies ist auch an der HWZ der Fall.

Campus

Der Campus der HUFS ist um einiges grösser als derjenige der HWZ (auf dem Bild unten sieht man ca. 1/2 des HUFS-Campus). Wobei man bei der HWZ ja nicht wirklich von einem Campus sprechen kann, da es nur ein Gebäude ist. Dies spiegelt sich auch in der Anzahl Studenten nieder –> HUFS ca. 15’500 / HWZ ca. 2’200

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Unheimliche Stille

Ich will nicht behaupten, dass wir an der HWZ alle „Plauderis“ sind (gehöre selber dazu, an dieser Stelle liebe Grüsse an die BKO-D13), doch es wird während dem Unterricht schon viel gesprochen. Die Gespräche beinhalten dabei meist nicht-akademische Themen. An der HUFS ist dies total anders! Es ist beinahe schon unheimlich, wie konzentriert die Studenten den Worten der Professoren folgen. Es wird wirklich kaum mit dem Sitznachbarn geredet. Mir ist zudem aufgefallen, dass viele koreanische Studenten dauernd mit dem Kopf nicken während der Professor spricht und dies teilweise für drei Stunden am Stück. Es scheint so, als wollen sie damit ihr Interesse bekunden. Vielleicht in der Hoffnung, eine bessere Note zu „ernicken“?

Anwesenheit

Obwohl die HUFS eine Uni ist, wird hier sehr grossen Wert auf die Anwesenheit in den Vorlesungen gelegt. Zu Beginn jeder Stunde werden alle Namen vorgelesen und man hat sich dann zu melden. Eine Vorlesung, die ich momentan besuche, hat über 70 Studenten. Das kann folglich eine ganz schöne Weile dauern. An der HWZ wurde die Anwesenheitspflicht ja vor einiger Zeit abgeschafft. Ich finde dies persönlich auch sympathischer. Wir sind ja keine Kinder mehr und müssen selbst wissen was wir tun oder eben nicht tun.

Wo soll ich nur mit meinen Beinen hin?

Die Platzverhältnisse in den Klassenzimmern der HUFS sind wirklich sehr begrenzt. Jeder Student hat sein eigenes kleines Pult. Wenn ich meine Beine Stecken will, muss ich aufpassen, dass ich die Person vor mir nicht umstosse. Kein Witz! Die durchschnittliche Körpergrösse der Koreaner beträgt übrigens 172 cm bei den Männern und 163 cm bei den Frauen. In den Klassenzimmern der HWZ gestaltet sich die Platz-Situation doch um einiges komfortabler.

Kleiner Ausblick auf die nächsten Blog-Einträge

Wie ich bereits in einem vorherigen Eintrag erwähnt hatte, habe ich ein Interview mit einem Koreaner geplant. Ich möchte  ihn portraitieren und einige Anekdoten aus seinem Leben niederschreiben. Es handelt sich dabei um einen Studenten, so viel verrate ich bereits.

Nächste Woche sind hier in Korea die nationalen Feiertage (Chuseok). Ich werde mich in dieser Zeit ein wenig in Korea herumbewegen und im Seoraksan National Park (siehe Bild unten) wandern gehen. Hierfür habe ich eine Fotostrecke geplant.

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Ich freue mich auf eine spannende Zeit. Bis bald!

Die Hankuk University of Foreign Studies

Meine neue Universität in Kürze

Die Hankuk University of Foreign Studies (HUFS) wird Jahr für Jahr als die beste internationale Universität Koreas gerankt. Das Ranking berücksichtigt die Bereiche Anzahl und Zufriedenheit der Austauschstudent/innen, Lehrangebot und Lehrkörper, sowie internationale Kooperationen und Netzwerke.

Direkt nach dem Koreakrieg 1954 gegründet hat die HUFS seit ihrer Gründung nach Wiederaufbau, Entwicklung, Internationalisierung und Friedensschaffung gestrebt. Diese Werte spiegeln sich in der Bedeutung der HUFS als die internationalste Universität in Korea mit einem weiten Netzwerk Regierungen und Organisationen sowohl in Korea als auch im Ausland wider.

Zusätzlich zu ihrem Status als beste Institution Koreas in der Lehre der Internationalisierung wird die HUFS auch weitreichend als beste private Universität des Landes angesehen, besonders in den Bereichen Sozialwissenschaft und Sprachen. Derzeit werden 45 Sprachen unterrichtet.

Nicht nur graduiert die Universität die höchste Anzahl an koreanischen Diplomaten im Land, sondern sie ist auch bekannt dafür, dass sie die meisten der Geschäftsleiter in den 100 erfolgreichsten Firmen Koreas hervorgebracht hat.

Die HUFS verteilt sich auf zwei Campusgelände, eines im Stadtzentrum in Seoul und eines ca. 45min entfernt (Global Campus). Ein dritter Campus befindet sich im Aufbau. Asia Exchange Student/innen studieren am Campus im Stadtzentrum. Insgesamt gibt es 10 Colleges und 74 Abteilungen an der HUFS. Der Lehrkörper besteht aus etwa 650 Mitgliedern; ein Drittel davon sind Professoren aus dem Ausland.

Passend zu ihrem sehr internationalen Fokus, organisiert die HUFS internationale Austäusche mit über 550 Universitäten in 82 verschiedenen Ländern. Die Anzahl der internationalen Studierenden schwebt bei etwa 1300, was die höchste Anzahl in ganz Korea ist. Austauschstudenten haben die HUFS auch zur besten Universität in der Ausführung von Austauschprogrammen gewählt. Einheimische Studenten der HUFS absolvieren fast ausnahmslos Austauschstudien. Das 7+1 Auslandsstudienprogramm unterstützt Studenten dabei, wenigstens eines von acht Semestern im Ausland zu verbringen.

Zusätzlich zu ihrem Sprachangebot konzentriert sich die HUFS stark auf globale Märkte und globale Verwaltung. Dieses Vorhaben wird durch Praktikumsprogramme in Organisationen wie z.B. KOTRA (Korea Trade-Investment Promotion Agency) und koreanischen Botschaften in der ganzen Welt verwirklicht.

Die HUFS kooperiert zusätzlich auch mit der UN. Sie war die erste Universität, die ein duales Masterstudium mit der von der UN beauftragten University for Peace (UPEACE) organisierte. Außerdem ist die Hauptversammlung der Model United Nations (MUN) eine der ältesten Traditionen an der HUFS. Diese wurde zuerst 1959 eingeführt.

Das Harvard MUN Organisationskomitee und die HUFS organisieren die nächste Harvard World MUN an der HUFS in Seoul. Die HUFS ist die erste Institution in Korea die Gastgeber sein darf für die weltgrößte und renommierteste jährlich stattfindende UN-Modell-Konferenz auf Collegelevel, die von mehr als 2.000 Student/innen und Professoren aus bis zu 70 Ländern besucht wird.

President Barack Obama wählte die HUFS als Veranstaltungsort für seine Rede gegen die Verbreitung von Atomwaffen 2012 in Seoul aus.

Inspiriert von der Idee einer freien Demokratie ist es das Ziel der HUFS, Student/innen mit umfassenden Kenntnissen auszubilden, die sie dazu befähigen, zur Entwicklung Koreas und der Welt beizutragen. Die Mission und das Bestreben der Universität lassen sich in ihrem Gründungsgedanken von „Wahrheit, Frieden und Schöpfung“ zusammenfassen. Auch wenn die HUFS eine private Institution ist, fördert ihr Charakter die Stärkung allgemeiner Güter wie z.B. qualitativ hochwertige öffentliche Bildung vom Kindergarten an.

Der Seoul Campus liegt im Universitätsdistrikt im Herzen Seouls. Das Hauptgebäude, das 1956 fertiggestellt wurde, ist mittlerweile Teil des Minerva-Komplexes, dem führenden Projekt der HUFS. Der Komplex beherbergt, unter anderem, einen Mehrzweckraum, der 2000 Menschen fasst. Der Campus hat ein großes Fitnesscenter und fördert das Wohlbefinden der Studierenden rundum, indem Veranstaltungen wie ein internationales Filmfestival, ein Welt Folklore Festival und der HUFS Fußball Weltcup organisiert werden. Zusätzlich gibt es ungefähr 80 verschiedene studentische Gesellschaften auf dem Seoul Campus, deren Betätigungsfelder von Academica zu Perfomance Künsten und von Religion zu Sport reichen.

Bald folgt ein weiterer Beitrag, wo ich die HUFS und die HWZ vergleichen werde. Bleibt also fleissig dran und folgt meinem Blog 😉 !

Hello Korea, Hello HUFS

Hallo miteinander

Ich bin gestern Abend in Seoul angekommen. Nach einer langen Taxifahrt (ca. 2h) bin ich um 19.30 Uhr Ortszeit auf dem Campus der Hankuk University of Foreign Studies (HUFS) angekommen.

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Uni Gebäude
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HUFS Globedorm

Nachdem ich einige Minuten herumgeirrt war, fand ich endlich den Globedorm (das Studentenwohnheim). Das Büro des Wohnheims war bereits geschlossen, also ging ich auf die Sicherheitsleute zu. Da diese überhaupt kein Englisch sprachen, wurde es zu einer grossen Herausforderung ihnen zu erklären wer ich bin und was ich hier will. Glücklicherweise konnte mir eine koreanische Studentin weiterhelfen, indem sie für mich übersetzte. Ich bekam dann doch noch einen Badge, der mir den Zutritt zu meinem Zimmer gewährte. Das ganze Zutrittsprozedere hier im Wohnheim gleicht fast schon ein Wenig einem Gefängnis. Mann muss sich immer ein- und ausbadgen und am Security-Personal vorbei. Es gelten hier wirklich strenge Regeln, doch diese werde ich zu einem späteren Zeitpunkt nochmals genauer thematisieren.

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Zutrittskontrolle

Als ich schliesslich das Zimmer betrat, fiel mir sofort die Grösse auf. Das Zimmer, welches ich mit einem Mitstudenten aus Korea teile, ist wirklich winzig. Da das Büro des Wohnheims bereits geschlossen war, musste ich die erste Nacht ohne Bettwäsche verbringen. Es wurde, durch die Klimaanlage bedingt, relativ kalt und auch die Matratze sucht hinsichtlich der Härte seinesgleichen. Aber im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden, ich hatte auch nicht viel mehr erwartet.

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Mein Zimmer

Ich konnte heute noch einige Dinge einkaufen. Jetzt bin ich auch im Besitz von Bettwäsche, Putz-Utensilien, und Klopapier. Mein Mitbewohner Paul (er hat gesagt ich soll ihn so nennen, weil sein koreanischer Name zu kompliziert wäre) ist ein sehr sympathischer Zeitgenosse. Er spricht sehr gut Englisch, da er in den USA die High School besucht hatte. Dies macht alles sehr viel einfacher. Er hat mir bereits einige Tipps gegeben und wir waren auch schon koreanisch Essen. Wir hatten einen „Hot-Pot“. Dies ist eine grosse Pfanne in der Mitte des Tisches, dazu bekommt man noch eine Schale Reis. Die Zutaten ( u.a. Nudeln, koreanische Wurst, Tofu, Gemüse) sind zu Beginn noch roh. Es wird alles vor einem auf dem Tisch gekocht, man muss zwischendurch selber umrühren. Es war sehr lecker und sehr viel. Im Grunde genommen, wäre es eine Portion für 4 Leute gewesen. Auch der Preis war der Knüller. Wir haben pro Person umgerechnet ca. CHF 5.00.- bezahlt.

Morgen beginnt der Studienalltag. Ich bin schon sehr gespannt und verabschiede mich für heute.

À bientôt!